Der Vorsitzende der SPD Untermosel, Mathias Knerr konnte ca. 60 Gäste zu Ihrem Neujahrsempfang im Festsaal des Schlosses von der Leyen in Kobern-Gondorf begrüßen. Er lobte besonders die sehr gute Zusammenarbeit in den Gremien und das tolle Miteinander, über Parteigrenzen hinweg. Als Gastredner waren Dr. Thorsten Rudolph (MdB und Haushaltspolitischer Sprecher der SPD im Bundestag), Landrat Marko Boos und Nicolas Cordes, der Landtagskandidat der SPD eingeladen.

Werner Merkenich, richtet in seinem Grußwort als 1. Beigeordneter der Verbandsgemeinde direkt den Blick auf die Zukunft. Der Zusammenschluss der VGn sei damals in der Hoffnung erfolgt, durch die Bündelung von Ressourcen und Personal Einsparungen zu erzielen. „Heute wissen wir, dass wir davon doch recht weit entfernt sind“. Ca 135 Mitarbeiter seinen heute in VG beschäftigt, deutlich mehr als die beiden ehemaligen Verbandsgemeinden zusammen. Dies u.a. durch immer steigende Anforderungen. So stünden wir heute, wie auch die überwiegende Anzahl unserer Kommunen, vor großen Herausforderungen. Als Beispiel nannte er u.a. die Umsetzung des Feuerwehrbedarfsplans, die Sanierung oder den Neubau von Feuerwehrgerätehäusern und Grundschulen, die Generalsanierung oder den Neubau des in Trägerschaft der Verbandsgemeinde befindlichen Freibads in Winningen und „ganz besonders brisant hier an Rhein und Mosel mit den vielen Bachläufen, der Hochwasser- und Starkregenschutz“. Abschließend wünschte er der Veranstaltung einen guten und interessanten Verlauf in der Hoffnung, dass er mit seinen Begrüßungsworten einige Anregungen für die weitere Diskussion geben konnte.
Mathias Knerr griff beim Neujahrsempfang ebenso wie der 1. Beigeordnete der VG, Werner Merkenich, das Freibad auf und teilte die Auffassung von Merkenich, dass man nun entscheiden müsse, ob das Freibad Luxus oder eine Sportstätte für Bürger und Familien sei. Die SPD sei der Auffassung, dass wenn eine Sanierung fast genau so teuer sei wie ein Neubau, man sicher sich für einen Neubau entscheiden müsse.
Man müsse aber auch darüber nachdenken, was brauche man tatsächlich und was könnte man sich am Ende dann an welchem Standort leisten. „Das wird eine spannende Aufgabe in den nächsten Tagen, Wochen und vermutlich Monaten. Denn nur mit einem Förderantrag mit ungewissem Ausgang ist es nicht getan. Am Ende des Tages müssen wir das auch finanzieren“ so Knerr weiter.
Da sei man aber schon beim Thema. „Ohne einen Zuschuss oder Förderung kann sich eine Gemeinde nichts mehr leisten“ so Knerr weiter. Daher seien viele froh gewesen als das Bundesprogramm „Sanierung kommunaler Sportstätten“ kam. Er stellte dann die Vorgehensweise z.B. in seiner Heimatgemeinde Lehmen dar, wo man sich bereits seit vielen Monaten mit der Sanierung des Sportplatzes beschäftige. Man habe ein Konzept entwickelt, auch dank LEADER-Förderung, habe alle Voraussetzungen für eine mögliche Förderung erfüllt. Für ihn unverständlich, dass über den Sportbund bereits Ende Oktober die Informationen zu dem Förderprogramm durch den Sportbund an die Vereine kam, man aber seitens der VG erst auf wiederholte Nachfrage wenige Tage vor Heilig Abend dann die mehr oder weniger leeren Förderanträge erhalten habe, mit der Bitte, diese doch bis 5.1. vollständig ausgefüllt zurückzusenden. Über Weihnachten/Neujahr habe sich Bürgermeister (obwohl in Urlaub), Ratsmitglieder und Verein damit beschäftigen müssen. „Es sei auch eine Frage der Wertschätzung der Ehrenamtler in Gemeinden und Vereinen. Da können, da müssen wir besser werden, viel besser als ich es im Moment wahrnehme“ so Knerr.
Hier wünschen sich Gemeinden eine stärkere Unterstützung, damit sie überhaupt Projekte umsetzen können. Eine Gemeinde könne nicht mal einfach Umlagen erhöhen wie eine Verbandsgemeinde oder ein Kreis, „sie ist am Ende der Nahrungskette“. In Lehmen sei man von dem Projekt überzeugt, denn die Bürgerinnen und Bürger an der Untermosel und im Maifeld hätten mehr verdient, als Fußball. Reine Sportplätze die als Hartplatz vielfach nicht mehr so genutzt würden.
Das von Merkenich angesprochene Thema Hochwasser- und Starkregenvorsorgekonzepte griff er nachfolgend ebenfalls auf. Es würde nicht ausreichen mit einem Konzept zu beginnen. „Auch zur Unterstützung der Gemeinden gehört die Fertigstellung des Hochwasser-/Starkregenvorsorgekonzeptes „Linke Moselseite“ für die Ortsgemeinden Kobern-Gondorf, Lehmen, Löf-Kattenes, Winningen und Wolken. Die letzte auf der Website der VG dokumentiert Aktivität ist vom April 2025.“
Abschließend bat er um Verständnis für die Entscheidung von VG und Rat, das Mitteilungsblatt nicht mehr kostenlos bis zum Briefkasten der Bürgerinnen und Bürger verteilen zu können. Der Rat habe sich die Entscheidung nicht einfach gemacht, aber der Verlag eine deutliche Preiserhöhung zum 1.1.2026 angekündigt, zum anderen gab in mehreren Orten über Jahre immer wieder massive Beschwerden, weil die Zustellung bis zum Briefkasten unregelmäßig erfolgte. Hier war über Jahre keine Besserung zu erkennen und man hoffe nun damit, dass auch dank der App- und Internetnutzung die Maßnahme Akzeptanz findet. Kaum einer würde heute noch Bahn fahren, ohne das Handy in der Hand zu haben.
Sowohl die Standorte der Auslagekästen als auch deren wetterfeste Bestückung können sicher noch besser werden. Natürlich müssen sich die Leser umstellen Aber gerade in unserer ländlichen Umgebung, in der man seinen Nachbarn kennt und zusammenhält, kann es auch so funktionieren.
Nächster Bericht zum Neujahrsempfang 2026: Rudolph zeigt die aktuellen bundespolitische Herausforderungen auf

